Steinhausen

Leben

Wilhelm August Theodor Steinhausen wurde am 2. Februar 1846 in Sorau/Polen, als jüngster von fünf Söhnen des Arztes August Friedrich Wilhelm Steinhausen und dessen Frau Henriette Steinhausen, geboren. Nach der Übersiedelung der Familie nach Berlin, im Jahre 1850, nahm Steinhausen nach dem Tode seines Vaters ein Studium an der Kunstakademie Berlin auf. Seiner Vorliebe für Landschaftsmalerei konnte er dort allerdings nicht nachgehen, da dieser Studienschwerpunkt zu seiner Zeit nicht angeboten wurde. Stattdessen widmete er sich der Figurenmalerei. 1866 erfolgte ein Wechsel an die Kunstakademie Karlsruhe. Während dieser Zeit machte der Maler Bekanntschaft mit Hans Thoma und Hans Canon. Nach der Rückkehr nach Berlin im Jahre 1870, wurde ihm dort das „Michael-Beer-Stipendium für Historienmalerei“ verliehen, mit welchem ihm ein längerer Studienaufenthalt in Italien zugesagt wurde. Nach seiner Rückkehr und einem Aufenthalt in München kehrte Steinhausen nach Berlin zurück und anschließend nach Frankfurt, wo er seine langjährige Verlobte Ida Wöhler heiratete. Nach zwei Schlaganfällen und langer Bettlägerigkeit verstarb Wilhelm Steinhausen am 5. Januar 1924 in seiner Wohnung in Frankfurt.

Werke

Neben Porträts, Gemälden, Märchen und Buchillustrationen, widmete sich der Maler hauptsächlich der Gattung Landschaftsmalerei, die mit 600 Gemälden einen Großteil seines Schaffens repräsentiert. Besonders bekannt sind 18 Bilder unter dem Namen „Mutters Galerie“, die er seiner Ehefrau gewidmet hat. Sie zeigen Landschaftsauschnnitte u.a der Neuenburger See oder die Burg Schöneck. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, beschäftigte sich der Maler zeitweise mit Porträtmalereien. Zu diesen Werken gehören u.a. Porträts seiner Kollegen und Bekannten. Bis heute zählt Steinhausen zu den wichtigsten Malern, die religiöse Themen in ihren Werken darstellten. So ist vor allem die entworfene Illustration „Geschichte von der Geburt unseres Herrn Jesus Christus“ bekannt.

Stil

Steinhausen ist vor allem für seine neu entwickelte Gattung der „religiösen Landschaft“ bekannt, in der er die Natur als Abbild des Göttlichen sah und sie so auf seinen Bildern verewigte. Sein Malstil war geprägt von der Konturlininenbenutzung, kombiniert mit farblich von einander klar abgetrennten Flächen ohne Tiefenzug, die teilweise einen tupfenartigen Farbauftrag erhielten. Während er auf seiner erworbenen Burg Schöneck wohnte, widmete er sich besonders der Landschaftsmalerei und stellte in seinen Bildern wechselnde Wetterlagen dar. Diese Gemälde waren geprägt von einer lockeren Pinselführung, die einen leicht impressionistischen Stil erhielten.

Heute

Um die Werke des Malers zusammenzuhalten und diese für die Allgemeinheit zugänglich zu machen, gründete die Schwester Rose Steinhausen im Jahre 1978 die „Steinhausen-Stiftung“, nachdem sie den Erbanteil ihrer Schwester nach deren Tod erhalten hatte. Aufgabe dieser Frankfurter Stiftung ist es, die Kunst des Künstlers Wilhelm Steinhausens und dessen Zeit zu erhalten und dokumentieren. In den heutigen Ausstellungsräumen im Erdgeschoss sind neben Steinhausens Mobiliar, Porträts und anderer Bilder seines Schaffens ausgestellt.

 

Bildquelle: Pixabay-User GeoGab

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