Bücher zum Thema „Rassismus“

Das Thema „Rassismus“ hat mich während meiner Schulzeit kaum begleitet, weil es im Stundenplan nicht vorkam und auch nicht als Exkurs in den Schulfächern unterrichtet wurde. Wir haben zwar den Nationalsozialismus und auch den Kolonialismus besprochen, aber so richtig kann ich mich an eine Diskussion über Rassismus als gesellschaftliches Problem nicht erinnern. Ich schiebe diese Idee schon eine Weile vor mir her, aber als der umstrittene Comedian Dieter Nuhr über das Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten“ von der Autorin Alice Hasters lästerte, twitterte Sharon Dodua Otoo eine Liste mit passenden Bücher über das Thema „Rassismus“.

Auslöser: Alice Hasters und Dieter Nuhr

Zu der Diskussion um Dieter Nuhr und Alice Hasters verlinke ich zwei Artikel, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Dies war nur der Ursprung dieses Artikels, aber es geht hier primär um die Leseempfehlungen.

Ein Tweet ist vergänglich und so sah ich hier sofort den richtigen Platz, um die Bücher hier für die Ewigkeit zu listen. Normale verdiene ich mit diesem Blog an einigen Stellen ein wenig Geld mit Affiliate-Links zu Amazon, aber dies will ich bei diesem Thema nicht. Hinter den Links verbergen sich also keine Programme, die mich für diese Empfehlung entlohnen. Ich mache dies, weil ich das Thema „Rassismus“ öffentlich und sichtbar machen möchte. Vielleicht kann ich einen kleinen Teil dazu beitragen.

7 Leseempfehlungen zum Thema „Rassismus“

Beschreibungen über den alltäglichen Rassismus in Deutschland aus Sicht einer Schwarzen Frau. Es geht auch um die Erkenntnis, dass wir Rassismus in einigen Situationen im Alltag nicht wahrnehmen, obwohl unsere Worte und unser Verhalten dabei Menschen verletzt. Ich habe schon viele positive Stimmen über das Buch gehört.

Dieses Buch gilt als Klassiker Critical-Whiteness-Studies. Aus der Schwarzen Perspektive wird das Weißsein untersucht und bezieht sich dabei unter anderem auf den Kolonialismus, den Rassismus, den Feminismus und die Postkolonialität. Ich muss mich für die wage Beschreibung ein wenig entschuldigen, aber ich versuche all die Buchbeschreibungen mit eigenen Worten wiederzugeben. Für genauere Informationen klickt bitte auf den Link.

Ein Bestseller und Standardwerk für die Lehre und die Diskussionen über den strukturellen Rassismus in Deutschland. In diesem Buch geht es auch genau um mein Gefühl, dass wir in der Schule noch das „alte Wissen“ und „alte Denken“ vermittelt bekommen haben. In den Rezensionen finde ich viele Lobeshymnen, die das Buch unter anderem als „Anti-Rassismus-Workshop“, „kluges und wichtiges Buch“, sowie als „Aufklärungswerk“ bezeichnen.

In diesem Buch bekommen wir auschließlich die Stimmen von People of Color zu hören, die sich in Form eines Erfahrungsaustauschs mit verschiedenen Bereichen aus dem Rassismus auseinandersetzen. Islamophobie, Migration und Homophobie sind drei Themenfelder, die in den Essays und Analysen aus diesem Buch besprochen werden.

In diesem Werk werden verschiedene rassistische Phänomene und deren Widerstandsformen in unterschiedlichen Nationalstaaten analysiert. Aus den kapitelüberschriften lässt sich erkennen, dass neben Deutschland unter anderem Griechenland, die Niederlande, die Türkei, und Großbritanien in den Analysen vorkommen. Sogar der Rechts-Rap hat ein eigenes Kapitel bekommen. Ein Thema, welches in Schulen sowieso häufiger diskutiert werden, damit Schüler*innen die Texte ihrer Rapper*innen mal ausgedruckt vor sich liegend analysieren müssen, um die Inhalte zu verstehen.

Das Buch erschien 2017 und befindet sich aktuell bereits in der sechsten Auflage. In dem Buch beschreibt die Autorin die Entstehungsgeschichte des Rassismus und deckt die rassistischen Strukturen. Die Autorin Tupoka Ogetta arbeitet als Trainerin und Beraterin in den Bereichen der Rassismuskritik und dem Antirassismus. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und  vieles mehr. Mehr hier erfahren.

Den Link aus dem ursprünglichen Tweet musste ich ändern, weil mir die Seite als unsicher angezeigt wurde. Ist jedoch egal. In diesem Buch unterhalten sich Aktivist*innen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen über die unterschiedlichen Formen von Rassismus in Deutschland.

Mehr Fokus auf das Thema

Rassismus ist komplexes Thema, doch am Ende sollten wir uns einig sein, dass Rassismus scheiße ist! Ich bin in einer Twitter-Bubble, die aktiv gegen den Rassismus kämpft und die versteckten und offensichtlichen Themen anspricht. Namensänderungen von Straßen, Eisbechern oder Textstellen sind nur die Spitze des Eisbergs. Es sind Verhaltensmuster, die viele von uns unbewusst im Alltag machen. Ich habe keines der Bücher aus der Liste gelesen, das gebe ich natürlich zu, aber ich wenn dieser Artikel nur eine Bestellung auslöst, dann habe ich viel erreicht.

Ich werde nie das Tischgespräch mit den Eltern einer Ex-Freundin vergessen. Die Eltern hatten kein einziges Buch im Regal, doch dann stand da plötzlich „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin. Ich sprach das Thema an und fragte nach den Hintergrund für diesen Buchkauf und wieso es das einzige Buch in ihrem Haushalt sei. Plötzlich begannen die Diskussionen rund um das Thema „Ausländer“ und die Eltern entlarvten sich schnell als Rassisten. Sie würden die Straßenseite wechseln, wenn ihnen fünf anders aussehende Jugendliche entgegen kämen, denn die bildeten  mit Sicherheit eine Gang. Ich sprach an, dass unsere Kerngruppe aus meiner Jugendzeit aus sechs Weißen Jungs bestanden habe und wie sie sich dann verhalten hätte? Die Frage wurde schnell zu einer rhetorischen Frage und ich verließ die Wohnung.

Kennt ihr eines der Bücher und könnt meine Beschreibung ergänzen? Fehlt ein wichtiges Buch in dieser Reihe? Ähnlich wie unseren Artikel über Social Entrepreneure wollen wir den Artikel natürlich regelmäßig updaten. Schreibt uns Leseempfehlungen gerne in die Kommentare.

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