Großes Interesse an individueller Bildung

Das Interesse an individueller Bildung ist von großer Bedeutung für den Statt und die Gesellschaft. Die allgemeine Schulpflicht lässt sich in Deutschland in einzelnen Herzogtümern bereits im 16. Jahrhundert nachweisen, was die Frage aufwirft, welches Interesse staatliche Institutionen verfolgen, ihre Bürger ganzheitlich zu bilden.

Insbesondere mit Beginn des 20. Jahrhunderts ist Bildung für den Durchschnittsmenschen kein Luxusgut mehr, vielmehr sind wohl durchdachte und staatlich bereitgestellte Bildungssysteme eine Grundlage von nahezu allen Industriestaaten und Schwellenländern. Die Triebkräfte dieses intellektuellen Wettrüstens sind nicht zuletzt ökonomische Faktoren, die in engem Verhältnis zur Bildung der arbeitenden Bevölkerung stehen. Ein hohes Maß an Fachkenntnis und Wissen zählt zu den bedeutendsten langfristigen Wachstumsfaktoren für Volkswirtschaften und so ist es nicht verwunderlich, dass sowohl öffentliche als auch private Investitionen in den Bildungssektor einen hohen Stellenwert zugeschrieben bekommen. Ebenso der Einzelne kann von einem höheren Bildungsniveau profitieren. Zahlreiche Studien belegen Bildungsrenditen (Zugewinne an Löhnen eines zusätzlichen Jahres Bildung) um zehn Prozent, was sich insbesondere für junge Menschen in vielen Fällen, auf das Einkommen der kompletten Lebenszeit gerechnet, auszahlt. Warum aber zieht mittlerweile individuelle Bildung und Förderung immer mehr das Interesse der Gesellschaft auf sich?

Individuelle Bildung als Wegweiser in die Zukunft

Aus lerntheoretischer Sicht ist es Aufgabe des Bildungssystems einen Ausgleich zwischen persönlichen, individuellen Lernzielen und der Erfüllung des Bedürfnisses nach Zugehörigkeit und Verbundenheit zu schaffen. Beide Aspekte müssen für einen optimalen Lernerfolg erfüllt werden und insbesondere individuelle Bedürfnisse treten in großen Klassenverbänden oftmals in den Hintergrund und können von einzelnen Lehrkräften nur lückenhaft oder sogar nicht beachtet werden.

Dies führt zu einem Interessenkonflikt aus Machbarkeit und Optimalität. Viele Schüler weisen einen hohen Bedarf an individueller Bildung auf, besitzen Stärken abseits von Inhalten aktueller Lehrpläne, die gefördert werden sollten oder können ihr wahres Potential innerhalb der Konzepte konventioneller Lehrmethoden nicht entfalten. Andererseits stehen hohe Investitionen in die Förderung Einzelner im Kontrast zur Aufteilung von knappen Ressourcen, da eine individuell abgestimmte Bildung in praktischer Umsetzung nahezu utopisch erscheint und sich als äußerst kostspielig erweisen würde. Das gesellschaftliche Interesse erwächst daher aus dem Wunsch nach bestmöglicher Förderung, von der zahlreiche Facetten aktueller Schulpolitik weit entfernt sind. Stärken und Interessen jedes Schülers können nicht berücksichtigt werden und weichen allgemeinen Lehrplänen, die Förderung leistungsschwacher Schüler obliegt deren Erziehungsberechtigten und eine vereinzelte Lehrkraft kann oftmals nicht allen Fragen und Bedürfnissen einer kompletten Klasse gerecht werden.

Möglichkeiten zur Umsetzung individueller Bildung

Kurzfristig erweist es sich als unmöglich, individuelle Lernmethoden als den Standard im Bildungssystem zu etablieren, da vorhandene Strukturen zu verschieden sind, stets eine Orientierung an gewohnten Konzepten erfolgen würde und der Traum von der Förderung, die auf jeden einzelnen Schüler zurecht geschnitten wird, schlichtweg finanziell nicht umsetzbar wäre.

Vielmehr sollte in kleinem Rahmen ein Umdenken erfolgen und Aspekte der individuellen Bildung, die sich als leicht umzusetzen erweisen, sollten Teile der geläufigen Methoden ergänzen oder ersetzen. Einerseits sollten Unterrichtskonzepte entwickelt werden, welche die Einbeziehung persönlicher Schülerbedürfnisse ermöglichen. So könnte eine stärkere Einbeziehung der Schüler in den Unterricht förderlich sein, welche durch Gruppenarbeiten oder Präsentationen gewährleistet werden kann. Beides könnte direkt an einen zweiten wichtigen Aspekt gekoppelt werden: Feedback und Reflexion. Durch Rückmeldungen von Mitschülern und Lehrkräften können eigene Kompetenzen erkannt und gefördert werden, während ebenfalls Schwächen deutlich werden, für welche der Schüler dann wiederum gezielte Hilfe erhalten kann.

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